Unterm Strich am liebsten kreativ.

Unterm Strich am liebsten kreativ.

Ideen zu entwickeln und diese zu verwirklichen ist eine Kunst – und ein Handwerk. Um wirklich Kreatives zu leisten, braucht es eigentlich nicht viel, nur ein bisschen Philosophie.

Kaum zu glauben, aber Kreativität beginnt tatsächlich im Kopf. Und sie bleibt auch am besten erst einmal hier, egal wohin die Reise führen soll und welche Schritte zur Umsetzung nötig sind. Setzt man die Dinge verfrüht in den erwarteten Kontext, lässt man sich gerne vom Schein des großen Ganzen fehlleiten. Denn was benötigt man zum Beispiel schon, um einen guten Song zu schreiben? Sicherlich kein Orchester. Ganz romantisch gesehen nur einen Stift, einen Zettel und eine Gitarre oder vielleicht besser noch ein Klavier. Sein Instrument sollte man jedenfalls beherrschen, die hitverdächtige Akkordfolge kann aber nur von einem kommen: dir selbst.

Skilling me softly

Welche Instumente man letztlich genau beherrschen sollte und inwiefern diese auch noch in Zukunft eine Rolle spielen werden – kaum eine Frage wie die nach den "richtigen" Kenntnissen bestimmt die heutige Kreativwelt mehr, ganz egal ob im Audio-, Video-, Grafik- oder Webumfeld. Selbstverständlich sind die Themen Workflow und Branchenstandards spannend und sicherlich unternehmerisch wertvoll. Doch sind sie im kreativen Schaffensprozess zunächst vor allem eines: ein niemals glänzendes Paar Hemmschuhe. Sind die neuesten Features gerade aufpoliert, bröckelt das nächste Update schon wieder den Lack ab.

Sollte das den Kreativen zu denken geben? Ja, aber keineswegs ausbremsen. Denn Soft- und Hardware, Tools und Hilfsmittel können und werden sich stets weiterentwickeln. Die korrekte Frage stellt sich also nicht nach speziellen technologischen Fähigkeiten, sondern eher nach dem persönlichen Zugang sowie der eigenen Anpassungsbereitschaft. Und genau hier kommt nun auch ein wenig Philosopie ins Spiel.

Walk the mandolinie

Erfolgreich kreativ zu sein, ist vor allen Dingen Einstellungssache. Spaß und Empathie sind genauso entscheidend wie Ehrgeiz und Leidenschaft – für ein Thema und für neues Wissen. Richtig gepolt könnte es nun also losgehen, wenn man es nur zulassen würde. Doch der erste Schritt ist bekanntlich auch immer der schwerste. Deshalb: Einfach anfangen! Nicht abwarten, nicht abwägen und Ideen im Vorfeld nicht ausschließen. Keine weitere Software, kein besseres Equipment und kein neuer Tag werden den Startschuss erleichtern.

Zwar wird man bis zum nächsten Wochenende womöglich einige Punkte auf dem Plan reflektieren können, aber wer sich mit den ersten Pinselstrichen zu lange Zeit lässt, dem trocknet die Farbe auf der Palette ein. Vor allem bei komplett neuen Projekten ist der Wunsch oft groß, von Beginn an alles richtig zu machen. Die Angst vor simplen Fehlern oder gar vorm Scheitern sind enorme Blockaden. Dabei gibt es an Fehltritten keineswegs etwas auszusetzen – ganz im Gegenteil: Dinge zwangsweise oder auch bewusst zu wiederholen und zu verbessern, sind Grundprinzipien erfolgreicher Kreativarbeit. Lieber also auch mal ein scheinbar zum Scheitern verurteiltes Projekt in die Tat umsetzen. Man kann nie wissen, was am Ende dabei vielleicht doch noch herausspringt!

Für Startschwierigkeiten sorgt ganz gerne auch der Blick auf den Wettbewerb. Zu sehen, wie großartig doch schon Ähnliches umgesetzt wurde und auf welch hohem Level sich die vermeintliche Konkurrenz bewegt, kann jeglicher Anfangseuphorie oder Motivation den Wind aus den Segeln nehmen. Das sollte es aber gerade nicht. Denn Wettbewerb ist eine der größten Inspirationsquellen überhaupt. Vorausgesetzt, man eifert fremden Resultaten nicht blindlings hinterher. Wer sich richtig orientiert, lernt auch dazu. Aber kreativer Austausch gelingt nur mit Respekt, nicht mit Ehrfurcht. Andere kochen tatsächlich auch nur mit Wasser.

Was tun, wenn's schwer wird? Ob man sich einem ganzen Berg scheinbar unlösbarer Probleme konfrontiert sieht oder nur vielen unangenehmen Schritten – hinschmeißen ist selten eine Option. Die beste Lösung ist eben nicht immer die komfortabelste. Deshalb hilft letztlich nur eins: dran zu bleiben und dabei richtig einzuschätzen, ob der Outcome die Mühe tatsächlich wert ist. Und das ist sie überraschend oft – wenn nicht im Moment, dann aber mit Sicherheit später. Es ist projektübergreifend immer wieder erstaunlich, wie ähnlich sich Systeme, Workflows, Programmiersprachen et cetera doch letztens Endes sein können!

Unterm Strich?

Schreibtisch kehren, Stifte spitzen, Bildschirm putzen und loslegen – vor allem mit Spaß an der Sache. Sonst kann man seine gespitzten Stifte gleich wieder in die Tasche packen. Sein Handwerkszeug sollte man kennen und sich neuen Technologien öffnen – sich von ihnen aber auch nicht verrückt machen lassen. Mit Schwung starten und nicht vor Fehlern oder dem Wettbewerb zurückschrecken. Was nicht gefällt, wird im zweiten Anlauf besser. Und sollte es auch mal richtig kompliziert werden: Dranbleiben macht sich garantiert bezahlt – heute oder auch erst morgen.

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