LMU

Der expressionistische Aufbruch als Abkehr vom Ästhetizismus bei René Schickele und Ernst Stadler

"[...] Das Problem in der Differenzierung des Aufbruchs als literarisches Thema ist, dass der Begriff an sich bereits seit dem Sturm und Drang gebräuchlich ist, wie er auch auf die Strömungen der Jahrhundertwende angewandt wird. Diese stellen zwar aufgrund ihrer Orientierung am Vitalkult die geistesgeschichtliche Grundlage des Expressionismus dar, doch bilden sie innerhalb der Aufbruchsthematik noch keineswegs das ab, was dem Begriff rückblickend im »expressionistischen Jahrzehnt« zugeschrieben wird: So avanciert der Aufbruch als Charakteristik der Lebensenthusiasten um 1900 zum Symbol einer ganzen Literaturrevolution nach 1910, zum allgemeinen Identifikationsbegriff für alles Expressionistische. Aufbruch wird zum Synonym für Elan und Besessenheit, für die generelle Erneuerung der Literatur. Der Wille zur Veränderung bedeutet in dieser Hinsicht für viele zunächst vor allem »Bruch mit dem Alten« [...]. Diese Auffassung des Expressionismus steht im Zusammenhang der Begriffsbildung »Aufbruch« repräsentativ für eine ganze Forschungsrichtung, wie hierfür stellvertretend Edgar Lohner herangezogen werden kann: »Aufbruch bedeutet Bruch mit der Tradition, dem Bürgertum, mit der empirischen Wirklichkeit überhaupt, nicht nur in der Literatur, sondern in der Malerei, der Philosophie, dem Leben.« [...]"

Nibelungen, Elfmeterschießen y la lengua de las mariposas

Dass man in der Schule tatsächlich fürs Leben lernt, glaubt man spätestens in seiner ersten Vorlesung zum Mittelhochdeutschen. Oder ab der dritten, wenn man beginnt, Siegfrieds Heldentaten enthusiastisch auf Partys zu diskutieren. Doch aller nostalgischen Sehnsüchte zum Trotz, lässt sich auf Hochschulen auch wirklich Interessantes lernen: Zum Beispiel, dass Elfmeterschießen eigentlich nur Spieltheorie ist oder dass man innerhalb weniger Semester eine Fremdsprache beherrschen kann.

Magister Artium

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